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Steffi Böttger
Steffi Böttger

Zum Tee im Hause Hinrichsen.

Martha Hinrichsen

 

Am 29.10.1911 wurde in Leipzig feierlich die erste Hochschule für Frauen unter Schirmherrschaft des Stifters Henri Hinrichsen eröffnet. Initiiert wurde diese Schule von einer der Säulen der deutschen Frauenbewegung Henriette Goldschmidt.

Im Anschluß an die offizielle Eröffnung begaben sich auserwählte Gäste ins haus der Familie Hinrichsen in die Talstraße 10. Hier erwartete die junge Frau Hinrichsen, Martha, die Gäste. Es war ein trüber Oktobernachmittag, sicher kränkelte eines der fünf kleinen Kinder, und Martha Hinrichsen konnte nicht an der Feier teilnehmen. Henriette Goldschmidt, zu diesem Zeitpunkt im hohen Alter von 86 Jahren, kam einige Momente eher als die anderen Gäste in die Wohnung der Hinrichsens.

Ihr wird ein Tee angeboten worden sein. Die 32jährige Martha könnte, so darf spekuliert werden, ein Gespräch mit der viel älteren Dame angefangen haben. Vielleicht hat sie über zu viel Arbeit mit den Kindern geklagt, vielleicht aber hat sie auch reflektiert über ihr behütetes Leben als Tochter begüterter Eltern an der Seite eines sehr erfolgreichen Verlegers, der der Inhaber der Edition Peters doch war. Es könnte so gewesen sein.
Oder ganz anders.

In ihrem Monolog setzt Steffi Böttger der Frau des bedeutenden Verlegers ein Denkmal, beleuchtet Zeitumstände und zieht dabei einen großen Bogen ins Jahr 1941 – bekanntlich dem Jahr ihres Todes, vertrieben von den Nazis und von ihnen eingeholt im scheinbar sicheren Exilland Belgien.

 

Martha Hinrichsen – Steffi Böttger
Text und Regie – Steffi Böttger