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Steffi Böttger
Steffi Böttger

Unheilige Dreieinigkeit

Lou Andreas-Salomé – Friedrich Nietzsche – Elisabeth Förster-Nietzsche

 

Im Abstand von fünfzehn Jahren wurden in zwei völlig unterschiedlichen Welten zwei Frauen geboren, die den größten Einfluß auf das Werk und das Leben Friedrich Nietzsches nahmen: 1846 im evangelischen Pfarrhaus in Röcken Elisabeth Theresa Alexandra Nietzsche – 1861 in St. Petersburg die Generalstochter Louise Gustavowna von Salomé.

„Du gehst zu Frauen – vergiß die Peitsche nicht!“ – diesen über die Maßen strapazierten Rat im Zarathustra, unterschiedlichst interpretiert in den vergangenen Jahrhunderten, verdanken wir einer Enttäuschung, einem Photo oder aber einer Selbstinszenierung, die sich, unabhängig von pathologischen Befunden, bis in den Wahnsinn Nietzsches steigerte?

Wer aber waren diese beiden Frauen, welche Lebenswege gingen sie, welche Kräfte wirkten zwischen ihnen, und welche Chancen räumte ihnen die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts ein, frei von männlicher Fürsorge ihre Fähigkeiten zu entfalten?

Wenige Begegnungen gab es, stets im Verbunde mit Nietzsche, der das ewige Bindeglied zwischen ihnen war: in Tautenburg oder in Bayreuth.

Eifersüchtig über den Bruder wachend, wie später über sein Werk, Gralshüterin die eine – abgestoßen von seiner Unbedingtheit, seinem verliebten Drängen, ihre Souveränität als Dichterin, Essayistin und gänzlich unabhängige Frau behauptend und damit den Nimbus der Femme fatal auf sich nehmend die andere. Spätere begeisterte Hitler-Anhängerin, forsche Vermarkterin der Schriften ihres Bruders – Elisabeth Nietzsche; spätere Rilke-Geliebte und den Dichter damit zu seinen schönsten Liebesgedichten inspirierend, Freud-Schülerin – Lou Andreas Salome.

Unheilige Dreieinigkeit ist ein Drama um Liebe, Haß, Schöpfertum und Einsamkeit, zusammengestellt aus Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und biographischem Material. Es erklingen, neben den Wesendonck-Liedern von Richard Wagner, Werke von Friedrich Nietzsche und Alban Berg.