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Steffi Böttger
Steffi Böttger

Nur Frauenzimmerarbeit
Das zweite Leben der Clara Schumann

 

Die bereits als Kind gefeierte Pianistin und Komponistin Clara Schumann, geb. Wieck stand in der ersten Hälfte ihres Lebens unter der Aufsicht von Männern. Zunächst kontrollierte ihr Vater, Friedrich Wieck, jede Regung: Klavierspiel, Karriere, Ernährung, Bewegung an frischer Luft und gar ihre Tagebücher. Nach der Eheschließung ging die Führung nahtlos in die Hände ihres Gatten Robert Schumann über.

Beide Männer hielten sie an zu komponieren, urteilten über die Ergebnisse jedoch eher herablassend, so dass sie diese Einschätzung ebenfalls übernahm. Im Gegensatz dazu beharrte Clara Schumann stets auf ihrer einzigartigen Stellung als erfolgreiche Konzertvirtuosin, die mit ihrer Programmwahl das moderne Konzertrepertoire erheblich beeinflusste. Auch mit acht Kindern und gegen den zeitweisen Widerstand ihres Mannes ging sie auf ausgedehnte Tourneen und bestimmte die Stücke ihrer Konzerte selbst.

 Erst mit der Einlieferung Schumanns in die Nervenheilanstalt Endenich bei Bonn 1854 änderte sich die Situation für sie: allein mit den Kindern war sie gezwungen, ihren Lebensunterhalt, die Unterbringungskosten für ihren Mann und die Mittel für die Ausbildung der Kinder zu verdienen.

Das Bild Clara Schumanns wird auch heute noch bestimmt von der romantischen Sicht auf ihre Verlobungszeit und die Heirat mit Robert Schumann gegen den Willen ihres Vaters. Wenig Aufmerksamkeit erfährt hingegen die Clara Schumann, die im Alter von 37 Jahren beginnen musste, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, und sich mehr als vierzig Jahre mit eisernem Willen und ebensolcher Energie in einer männerdominierten Welt durchsetzte. Ihr letztes Konzert gab sie fünf Jahre vor ihrem Tod, unterrichtete aber weiter und betätigte sich als Herausgeberin der Kompositionen, Briefe und Tagebücher Robert Schumanns. Eigene Kompositionen entstanden nicht mehr.

 

Die Schauspielerin und Publizistin Steffi Böttger erzählt die anrührende und heitere Geschichte der "zweiten" Clara Schumann, einer höchst pragmatischen, resoluten und in ihren Urteilen oft rigorosen Pianistin, Lehrerin, Freundin und Mutter.

Der Bariton Stephan Heinemann singt, begleitet von der Pianistin Konstanze Hollitzer, die wunderschönen, manchmal gewagten, oft einfach zu Herzen gehenden hochromantischen Lieder aus ihrer Feder.

 

Dauer: 70 min ohne Pause

 

Besetzung:

Steffi Böttger

Schauspielerin, Publizistin und Theaterautorin aus Leipzig; zunächst engagiert bei der Leipziger Spielgemeinde, dem Theater Döbeln und dem Schauspiel Leipzig; freischaffend seit 1994, 2007 Studienaufenthalt an der State University of New York in Albany (NY); Herausgeberin der Publizistik und Biographin Hans Natoneks im Lehmstedt Verlag Leipzig; Autorin kulturhistorischer Stadtführer, ebenfalls bei Lehmstedt; Autorin, Regisseurin und Darstellerin von Kammerspielen (Minna Wagner, Cosima Wagner, Caroline Weber und Alma Mahler-Werfel); seit 1996 Sprecherin im Tonstudio der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB); Lesung mit zahlreichen internationalen Autoren wie David Grosman, György Konrad, T Cooper, Lidia Jorge , Claudia Pinhero u.a.; letztes großes Programm: Und lasst die süsse Musica gantz freudenreich erschallen. Reformation und Musik (Premiere Januar 2017 im Zürcher Fraumünster)

 

Konstanze Hollitzer

Konzertpianistin und Klavierpädagogin, in Leipzig geboren, erster Klavierunterricht im Alter von vier Jahren, 1987 und 1989 Preisträgerin beim Nationalen Robert-Schumann-Wettbewerb in Zwickau, Studium an der Musikhochschule „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig bei Prof. Mathilde Erben und Prof. Markus Tomas, Kurse bei Karl-Heinz Kämmerling, Norman Shetler u.a., Zusammenarbeit mit der Oper Leipzig und der Kammeroper Rheinsberg, Aufzeichnungen im MDR, ZDF und der Deutschen Welle, 2003 Solistin beim 52. Deutschen Mozartfest, 2008 Solistin bei den Mendelssohn-Wochen in Wengen, Konzertreisen durch Deutschland, Polen, Österreich und die Schweiz.

 

Stephan Heinemann

wurde 1974 in Halle (Saale) geboren. Von 1994 bis 2000 studierte er an der Musikhochschule Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig bei Professor H. Chr. Polster. Derzeit setzt er seine Studien bei Kammersänger Siegfried Lorenz fort. Im Mittelpunkt seiner Konzerttätigkeit stehen der Oratorien- und Liedgesang. Im oratorischen Bereich sind zahlreiche Werke Bachs fester Bestandteil seines Repertoires, so z.B. die Johannespassion, die Matthäuspassion, das Weihnachtsoratorium, die h-Moll Messe sowie zahlreiche Kantaten. Daneben stehen u. a. Werke von Schütz, Händel (Messias), Mozart (Messen und das Requiem), Haydn (Die Schöpfung), Dave Brubeck (To hope - a celebration). Er arbeitete bereits mit Orchestern wie dem Händelfestspielorchester des Opernhauses Halle, dem Philharmonischen Staatsorchester Halle, dem Leipziger Barockorchester, der Jenaer Philharmonie sowie mit Mitgliedern des Gewandhauses zusammen. Konzertreisen führten ihn bisher nach Norwegen, Italien, Frankreich und Estland.